20.7.
Annes Einschätzung zum Turniersieg beim ITF-Turnier
in Birkerod-Dänemark
Nach dem Erfolg in Spanien fuhr
ich mit viel Selbstbewusstsein und Motivation zum 10er nach
Birkerod (Dänemark) – wie so oft mit dem Zug. Ich hatte eine
ganz günstige Zugverbindung gefunden, wo ich nur 1x
umsteigen musste und dann für gut 10 Stunden einen Platz im
Liegewagen hatte. Auf dem Bahnhof in Kopenhagen angekommen,
ging es dann mit der S-Bahn zum Turnierort. Dort kümmerte
ich mich um ein Zimmer im Spielerhotel. Trotz des speziellen
Turnierpreises waren die Zimmer extrem teuer, obgleich die
Einrichtung nicht wirklich überragend toll war. Doch wie ich
im Laufe des Turniers festgestellt hatte, war in Dänemark so
Manches etwas teurer (eine Spielerin erzählte, dass ein
Abendessen für sie und ihren Coach umgerechnete 60 Euro
kostete ... für jeweils Nudeln und ein Getränk). Aber nichts
desto trotz, die Anlage, die Turnierleitung und das Wetter
waren super.
Bei diesem Turnier waren wir insgesamt 5 Deutsche
Spielerinnen und zusammen hat es richtig Spaß gemacht. Wir
unterstützten uns gegenseitig und alle haben wir auch die
erste Runde gewinnen können. Ich war an Position 4 gesetzt
und mein Erstrundenmatch bestritt ich gegen die Tschechin
Veronika Kolarova. Ich siegte mit 6:0/6:3.
In der zweiten Runde traf ich auf die Russin Maya Pitenina.
Sie spielt sehr variiert und hatte eine ziemlich gute
Antizipation, so dass ihr Spiel recht unangenehm war. Den 1.
Satz gewann ich nach Rückstand noch mit 7:5 und der zweite
Durchgang ging dann etwas klarer aus mit 6:1.
Im Viertelfinale stand mir Karoline Steiro aus Norwegen
gegenüber. Bereits in Schweden zum Anfang der Saison spielte
ich schon einmal gegen sie. Also war mir ihr Spielstil
bekannt und ich wusste was zu tun war. Meine Rechnung ging
wieder auf und ich gewann das Match bei sehr viel Wind mit
6:1/6:1.
Halbfinale. Gegnerin: Hanne-Skak Jensen aus Dänemark. Da sie
aus Dänemark kam, stand das Publikum natürlich hinter ihr –
und die Zuschauer haben mächtig Feuer gemacht. Ob ein Winner
ihrerseits oder ein Fehler meinerseits spielte keine Rolle,
geklatscht wurde immer. Allerdings gab es im ersten Satz für
die Fans noch nicht so viel zu tun: 6:0 für mich – ich traf
gut und meine Gegnerin musste erst noch ins Spiel kommen. Im
zweiten Satz machte sie dann aber immer mehr Druck und das
Match entwickelte sich zu einem richtig harten Fight
(natürlich waren die Zuschauer jetzt auch hellwach!). Wir
hatten ein Spiel im zweiten Durchgang, welches fast eine
Viertelstunde lang dauerte. Das Spiel war von vielen
Winnerschlägen geprägt und mit einem solcher Winner schaffte
ich auch die 5:4-Führung, brachte dann meinen Aufschlag
durch und stand abermals in einem Finale eines
10.000$-Turniers. Cool.
Im anderen Halbfinale unterlag die zweite Dänin der an
Position 2 gestezten Piia Suomalainen aus Finnland. Diese
spielte sehr sicheres Grundlinientennis mit relativ
konstantem Tempo. Im Finale lag ich dann auch zunächst 1:3
hinten, bis meine Aufholjagd begann. Bei 4:4 brachte ich
meinen Aufschlag durch und schaffte anschließend das Break
zum 6:4. Im zweiten Satz war das Spiel ebenfalls eng, doch
gelangen mir die wichtigen Punkte, so dass ich auch diesen
für mich entschied - 6:2.
Wow, das war dann ein weiterer Turniersieg und ich bin
überglücklich. Zu diesem Einzelsieg kam gleichzeitig
zusammen mit Julia Paetow noch der Erfolg im Doppel. Wir
haben gute Doppelspiele absolviert und im Finale siegten wir
gegen das dänische Doppel Jensen/Jacobsgaard mit 7:5/6:1.
So fuhr ich dann sehr froh wieder mit dem Zug in Richtung
Heimat, wo ich nun wieder eine Woche Training absolviere,
bevor ich dann in der Woche darauf in Horb mein nächstes
Turnier spiele. |