8.7.Annes Einschätzung zu ihrem
ersten Turniersieg bei einem ITF-Turnier

Als ich
genau vor einem Jahr das Turnier in Getxo spielen wollte,
stand ich am Flughafen von Bilbao – jedoch ohne Gepäck.
Wahrscheinlich war es bei der Zwischenlandung in Palma in
ein falsches Flugzeug geraten. Natürlich hatte ich in diesem
Jahr ein wenig Angst, dass mir das wieder passieren könnte.
Deshalb war ich froh, dass mir auf dem Leipziger Flughafen
erlaubt wurde, meine Schläger zusammen mit ein paar
Tennissachen als Handgepäck zu nehmen. So kam ich zwar mit
ein paar Stunden Verspätung, aber dafür mit Gepäck am
Turnierort an.
War ich
im letzten Jahr die einzige Deutsche im Turnier, so hatte
ich diesmal schon auf der Teilnehmerliste im Internet
gesehen, dass wir Deutschen in diesem Jahr zu dritt sein
würden. Eine der beiden anderen Spielerinnen kannte ich
schon von vorangegangenen Turnieren. Da wir wussten, dass
wir gut miteinander auskommen würden, hatten wir schon
vorher ausgemacht, gemeinsam ein Doppelzimmer zu nehmen. Das
hat mehrere Vorteile: Man ist nicht ganz allein, hat immer
eine Trainingspartnerin – und kostengünstiger ist es
natürlich auch.
Am nächsten Tag begannen dann
die Spiele. Ich war an Position 5 gesetzt und musste in der
ersten Runde gegen die Spanierin Mireia Gonzalez-Bosch
antreten. Wie für spanisches Sandplatztennis üblich,
spielten Topspin und lange Ballwechsel in diesem Match eine
große Rolle. Ich stellte mich schnell auf das Spiel ein und
gewann das Match 6:1 6:2.
Das nächste Spiel gestaltete
sich schon als etwas schwieriger. Meine Gegnerin war eine
junge Spanierin aus der renommierten Tennisschule von
Barcelona. Zwischenzeitlich lag ich im ersten Satz mit 1:4
hinten und musste 2 Satzbälle abwehren, ehe ich im Tiebreak
den Satz noch für mich entscheiden konnte. Der zweite Satz
war dann relativ klar mit 6:1 für mich, da meine Gegnerin
nach dem verlorenen ersten Satz scheinbar etwas
resignierte.
Im
Viertelfinale stand mir dann Kirsty Woolley aus
Großbritannien gegenüber. Ich war auf ihre schnelles Spiel
und ihre harten Schläge eingestellt und hatte mir eine
passende Taktik zurecht gelegt. Allerdings machte sie es mir
nicht so sehr schwer und ich konnte das Match mit 6:1 6:1
für mich entscheiden.
Inzwischen war ich nun doch die einzige Deutsche, die noch
im Turnier war. Aber als Trainings- und Einspielpartnerin
fand ich nun eine nette Spielerin aus dem Getxoer
Tennisclub. Sie hatte selbst in der Quali des Turniers
mitgespielt und verfolgte nun jeden Tag interessiert die
Spiele des Hauptfeldes. Das Training mit ihr hat mir sehr
geholfen, denn es lief weiterhin perfekt für mich.
Halbfinale – dort traf ich auf die ehemalige 501 der
WTA-Rangliste, Paula Fondevila-Castro aus Spanien. In der
ersten Runde hatte diese die Top-Gesetzte des Turniers
besiegt und ich war natürlich gewarnt. Den ersten Satz
verlor ich 4:6. Im zweiten ging es sehr eng zu, bis ich beim
Stand von 6:5 für mich endlich einmal meinen Aufschlag
durchbrachte und diesen Durchgang für mich entschied. Im
dritten Satz ging es ab 2:2 relativ schnell, so dass ich am
Ende das Match mit 6:2 gewann. Zum zweiten Mal stand ich im
Finale eines ITF-Turniers.
Hier hieß meine Gegnerin Irene
Rehberger-Bescos. Sie war an Position 2 gesetzt und kommt
ebenfalls aus Spanien. Wir spielten in der gellenden
Mittagshitze und es war ein starkes Spiel. Lange
Ballwechsel, wenig Fehler, viele Winner. Den ersten Satz
entschied ich 6:3 für mich. Im zweiten Satz wendete sich das
Blatt und meine Gegnerin holte diesen mit 6:3. Ein
entscheidender Dritter musste her. Dabei ging ich schnell
mit 2:0 in Führung, konnte dann einen 0:40 Rückstand noch
aufholen und es stand 3:0. Ich spielte weiterhin
konzentriert und verwandelte nach 2 Stunden meinen ersten
Matchball mit einem Volley.
Es war
ein tolles Gefühl, den Siegerpokal in den Händen zu halten
und vor ca. 100 Leuten auch eine kleine Rede zu halten.
Aus diesem Turnier gehe ich
hoch motiviert und freue mich schon auf die nächsten Spiele. |