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Anne Schäfer


14.-20. August 2006

ITF-Turnier in Kedzierzyn-Kozle - Polen
 

24.8. Turnierbericht von den 10.000$-Turnieren in Polen
(Gdynia und Kedzierzyn-Kozle)


An einem Sonntagmorgen startete ich meine Reise zum 10.000$-Turnier nach Gdynia (Polen). Mit dem Zug fuhr ich nach Hamburg und von dort aus mit dem Bus zum Flughafen Lübeck, denn im Internet hatte ich einen Billigflug von Lübeck nach Danzig bekommen. In Danzig gelandet, fuhr ich mit dem Taxi schließlich zum Quartier. Doch es war gar nicht so einfach eine Unterkunft zu finden. Da Gdynia ein Urlaubsort ist, waren fast keine Zimmer mehr frei (noch nicht einmal im Spielerhotel). Schließlich konnte sich eine Spielerin, mit der ich mir ein Doppelzimmer teilen wollte, noch an ein Hotel vom letzten Jahr erinnern. Zwar war dieses 25min Autofahrt von den Tennisplätzen entfernt, aber dafür gab es noch freie Zimmer. Die Spielerin ist mit ihrem Trainer zusammen im Auto angereist, so dass wir auch eine Fahrmöglichkeit zur Anlage hatten.
Der Turnierort Gdynia liegt an der Ostsee und der Tennisclub war noch nicht mal 2min vom Strand entfernt. Die Anlage ist mit 19 Sandplätzen, 3 Traglufthallenplätzen, 1 Hartplatz und einem sehr schönem Clubhaus ziemlich groß. Das Faszinierende aber war, dass egal zu welcher Tageszeit eigentlich immer alle Plätze durch Clubmitglieder, sowie Jugend- und Erwachsenentraining belegt waren. Für die Durchführung unseres Turniers standen den Spielern 4 Match- und 2 Trainingsplätze zur Verfügung – auf denen natürlich auch immer gespielt wurde.
Neben mir und meiner Zimmerpartnerin waren noch ein paar andere deutsche Spielerinnen da. Mit Franzi Götz spielte ich wieder Doppel. Wir gewannen die 1. Runde (gegen das tschechische Paar Martina Balogova/Lind Hricistova 6:3 und 6:1), doch leider wie auch schon in Horb, mussten wir uns im Viertelfinale dann knapp gegen die späteren Finalistinnen geschlagen geben (6:7/5:7).

Im Einzel siegte ich in meinem Einzel-Erstrundenmatch gegen die Engländerin (die aber in Polen lebt) Maria Spenceley mit 6:1/6:1 und auch in der 2. Runde hatte ich keine weiteren Probleme gegen die kleine Polin Hanna Kapustka.

Im Viertelfinale gegen die Tschechin Radana Holusova sollte es dann aber schon etwas schwieriger werden. Im 1.Satz bekam ich mit 0:6 einen regelrechten Abschuss. Dann stellte ich mein Spiel um, spielte länger, variabler und servierte gut. So gewann ich den 2. Durchgang mit 6:3 und nach hart umkämpften Spielen auch den 3. Satz (6:1).

Da wir nur ein Einzelmatch pro Tag hatten, blieb auch genügend Zeit für einen Stadtbesuch und einen Spaziergang entlang der Strandpromenade. Der Blick auf das Meer war einfach umwerfend! Dazu kam, dass man in den umliegenden Restaurants für wenig Geld sehr leckeres Essen bekam.
Am Freitag dann fuhren die anderen deutschen Spielerinnen leider nach Hause, so dass ich mir eine neue Unterkunft suchen musste (da ich ja nun keine Mitfahrgelegenheit hatte und auch in Polen eine 25minütige Taxifahrt ziemlich teuer gewesen wäre). Ich fragte bei der Turnierleitung nach, ob sie noch eine Unterkunft für mich wüssten. Nach über einer halben Stunde Suchen und Telefonieren haben sie noch ein kleines Zimmer in einem der Plattenbauten in der Stadt für mich gefunden – nichts Großes, aber mit einem Bett, einem Bad und einem Kühlschrank. Von dort aus musste ich nur ca. 10min mit dem Taxi fahren (einen Shuttleservice vom Turnier gab es leider nicht).
Allerdings gab es da ein Problem, denn ich stand am nächsten Morgen zur ausgemachten Zeit vor dem Haus, doch es kam einfach kein Taxi. Da es regnete, hoffte ich, dass das Taxi in den nächsten Minuten kommen würde – doch es geschah nichts, außer, dass ich immer weiter durchnässte... Ich rief das Turnierbüro an, die das Taxi für mich bestellt hatten, aber da nahm keiner ab. So versuchte ich meine Situation der Zimmervermieterin am Telefon deutlich zu machen, so dass sie ein neues Taxi bestellte - jedoch mit dem Problem, dass sie weder Englisch noch Deutsch verstand und ich keinen Schimmer von Polnisch hatte... Ich weiß nicht, ob sie mein Anliegen begriffen hat oder ob es normal war, dass sich die polnische Pünktlichkeit bis auf fast 50min ausdehnen konnte. Auf jeden Fall kam dann nach einer guten Dreiviertelstunde Wartezeit doch noch ein Taxi, was mich auf die Anlage brachte.

Zwar kam ich etwas verspätet zum Training, doch die Hektik am Morgen hatte keine negativen Auswirkungen auf das Spiel. Im Gegenteil, ich spielte richtig gut gegen die zweitgesetzte Polin Natalia Kolat und siegte mit 6:0/6:1.

Am Finaltag fanden auf der Turnieranlage noch 3 Hobbyturniere statt, so dass sehr viele Leute dort waren und einige schauten sich dann gleichzeitig auch unser Finale an. Bei einem der Hobbyturniere spielte der amtierende polnische Seniorenmeister mit, der sich auch als Einspielpartner für mich zur Verfügung stellte.
Ich startete dann gut ins Finalspiel und ging gleich mit 3:0 in Führung. Meine Gegnerin Oksana Teplyakova aus der Ukraine traf dann aber etwas besser, doch es gelang mir den Satz mit 6:3 zu gewinnen. Der zweite Satz war dann etwas knapper, doch beim Stand von 5:5 machte ich die entscheidenden Punkte zum 7:5.
Ich freute mich sehr über nun schon meinen dritten Turniersieg in dieser Saison und ich bekam auch einen wunderschönen Pokal.


Schon am nächsten Tag machte ich mich dann auf zum Turnier in Kedzierzyn-Kozle, einem weiteren „10er“ in der Nähe von Katowitz.

Da das eher im Süden von Polen liegt, stand mir eine 9stündige Zugfahrt bevor. Meine Zimmervermieterin machte mir dann wieder mit Händen und Füßen deutlich, dass ich ja auf mein Geld und mein Gepäck aufpassen soll, denn sie sagt selber, dass Taschendiebe in Polen weit verbreitet sind. Sie machte mir da fast schon Angst, denn sie erzählte was von Messern und Handgreiflichkeiten, die oft bei solchen Diebstählen eingesetzt werden... Naja, im Endeffekt war es zwar eine anstrengende aber sonst ganz ruhig verlaufende Zugfahrt. Da die Leute in meinem Abteil auch ganz vertrauenswürdig aussahen, habe ich mir auch ein paar Stunden Schlaf gegönnt. Und so kam ich dann am späten Montagnachmittag mit all meinen Sachen *g* auf der Turnieranlage an.
Im Gegensatz zu Gdynia ist Kedzierzyn-Kozle eher eine kleinere Stadt und um die Tennisplätze war nicht sehr viel, außer zwei Supermärkten und jeder Menge Plattenbauten.
Auch die Anlage war mit 3 Sandplätzen (einer davon hatte keine Doppellinien) und 2 Kunstrasenplätzen etwas kleiner, aber dafür sehr gemütlich. Das Beste war, dass das Hotel gleich neben den Plätzen steht. Das war echt richtig angenehm für die Spieler, denn so konnte man sich längere Wartezeiten gemütlich im Hotelzimmer vertreiben, um dann ganz ausgeruht ins Match zu gehen. Im Hotel war auch ein kleines Restaurant mit extra Turnierpreisen.
Da es die gleiche Oberschiedsrichterin wie in Gdynia war, wusste sie, dass ich am Tag zuvor noch dort gespielt habe und hat mein Match erst für den zweiten Tag angesetzt.
Auch hier waren noch andere deutsche Spielerinnen da, so dass man immer jemanden zum Trainieren und Quatschen gefunden hat.

Im Doppel trat ich zusammen mit Karolina Nowak an – jedoch verloren wir gleich in der 1. Runde (eine unsere Gegnerinnen war die ehemalige Nr. 90 der Doppel-WTA-Liste, also die spielten schon ganz gut *g*).

Im Einzel lief es aber besser. Zu erst besiegte ich die aus Schweden stammende Polin Karoline Domanski mit 6:3/6:3 und mit dem gleichen Ergebnis bezwang ich in Runde 2 auch Sylwia Zagorska aus Polen.

Im Viertelfinale traf ich dann wiederum auf Natalia Kolat, gegen die ich schon in Gdynia im Halbfinale spielte. Ich fühlte mich an dem Tag nicht gut, denn irgendwie waren mir diesmal die Nudeln nicht so bekommen und ich spielte nicht so gutes Tennis. Doch es war auch nicht so ganz ihr bester Tag, so dass es zum 6:3/6:2 für mich reichte.
Im Halbfinale traf ich auf Lucie Kriegsmannova. Sie spielte bisher ein sehr gutes Turnier und sie kämpfte auch bis zum Schluss. Es waren lange Ballwechsel, die das Match dominierten. Ich musste viel kämpfen, was sich am Ende auch mit einem 6:4/6:4-Sieg bezahlbar machte.
Im Finale stand mir dann die Tschechin Katarina Vankova gegenüber. Schon im Laufe des Turniers verstand ich mich sehr gut mit ihr und da am Finaltag keine anderen Spieler mehr auf der Anlage waren, spielten wir uns vor dem Finale sogar noch gemeinsam warm. Das hat uns beiden geholfen, so dass wir im Endspiel den Zuschauern ein richtig gutes Match zeigten (es war sogar das Fernsehen da und ein Radioreporter, der unser ganzes Spiel kommentierte).
Nach 1:3 im ersten und 2:4 im zweiten Satz gelang es mir immer die „Big Points“ zu machen, so dass beide Sätze sehr knapp waren, doch ich beide für mich entscheiden konnte. Und nach dem Match war ich wieder sehr glücklich und freute mich über meinen 4. Turniersieg.

Dass es eine so erfolgreiche „Polenreise“ werden würde, das hatte ich nicht gedacht ... aber die Tour war noch nicht vorbei, denn nach dem Finale musste ich mich sehr beeilen, um noch den Zug nach Hause zu erreichen. Dieser hatte dann jedoch 20min Verspätung, so dass der Anschlusszug warten musste, damit wir noch mitkamen. Als sich dieser an der Grenze auf Grund eines Vorfalls aber auch noch etliche Verspätung einholte, war es fast unmöglich mit der Bahn in der Nacht noch nach Hause zu kommen. Also haben sich meine Eltern auf den Weg gemacht, mich von Berlin abzuholen. So lag ich dann doch noch um 4Uhr Morgens in meinem Bett und habe die zwei Wochen noch mal Revue passieren lassen.
 

Mein nächstes Turnier ist ein 25.000$-Turnier, bei dem ich in die Qualifikation gekommen bin. Da freue ich mich natürlich sehr d´rauf und mal sehen, was noch für Erlebnisse auf sich warten lassen.

Abschluss-Tableaus:

- Einzel -
- Doppel -

 
20.8.
30. Matchgewinn brachte Anne den 4. Sieg bei einem ITF-Turnier

Zu einem wahren Krimi gestaltete sich für Anne das Endspiel beim Kedzierzyn Kozle Cup in Polen. Die Tschechin Vankova zeigte sich dabei überaus stark und zwang Anne im ersten Satz in den Tiebreak. Auch der zweite Satz gestaltete sich lange offen, doch Anne hatte am Ende den längeren Atem und machte die entscheidenden Big-Points in diesem Endspiel.
Damit landete Anne beim ihrem 8. ITF-Turnier in diesem Jahr bereits den 30. Matchgewinn und den 4. Finalsieg und wird sich nun mit Sicherheit unter den besten 500 der WTA-Weltrangliste einordnen.

19.8.
Anne erreicht zum 5. Mal in diesem Jahr das Finale eines ITF-Turniers

Nachdem Anne im Viertelfinale zum zweiten Mal innerhalb einer Woche gegen die Polin Kolat mit 6:3 und 6:2 gewann, traf sie im Halbfinale auf die Tschechin Lucie Kriegsmannova, die in der ersten Runde die an Nr.1 gesetzte Justine Ozga besiegte. Aber auch die Tschechin konnte Anne auf ihrem Weg zur fünften Finalteilnahme nicht stoppen. Anne gewann mit 6:4 und 6:4, wobei Kriegsmannova im zweiten Satz bereits mit 0:3 führte.
Anne trifft im Finale auf die Tschechin Katerina Vankova.
17.8.
Anne wieder im Viertelfinale

Durch ein 6:3 / 6:3 gegen Sylwia Zagorska (POL) erreicht sie erneut das Viertelfinale eines ITF-Turniers.
Ihre Gegnerin ist erneut die Polin Natalia Kolat, gegen die sie bereits im Halbfinale in Gdynia gewann.
16.8.
1.Sieg beim Turnier um den Kedzierzyn Kozle Cup in Polen

Anne gewinnt die erste Runde klar mit 6:3 / 6:3 gegen die Schwedin Karoline Domanski.
Das Doppel mit ihrer Partnerin Karolina Nowak hat Anne leider gegen das polnische Duo Madzik/Rosolska verloren.